Die Nordseekrabbe – Wissenswertes über die Delikatesse
Die Nordseekrabbe ist eine der bekanntesten Meeresdelikatessen Norddeutschlands. Wer einmal ein frisches Krabbenbrötchen direkt an der Küste gegessen hat, weiß: Es gibt kaum etwas Besseres. Aber wer genau ist dieses kleine Tier, das die Nordsee so berühmt gemacht hat? Wo lebt es, was frisst es, wie vermehrt es sich – und wo kann man frische Nordseekrabben kaufen? Alle Antworten gibt es hier.

Steckbrief: Was ist die Nordseekrabbe?
Die Nordseekrabbe trägt den wissenschaftlichen Namen Crangon crangon und wird im Volksmund auch Granat, Porre, Knat oder Sandgarnele genannt. Sie gehört zur Familie der Crangonidae und ist streng genommen keine Krabbe im biologischen Sinne, sondern eine Garnele – der Begriff „Krabbe“ hat sich im norddeutschen Sprachraum jedoch fest eingebürgert.
Die Nordseekrabbe ist ein kleines, schlankes Tier mit einem abgeflachten Körper, der ihr hilft, sich im Sand zu vergraben. Ihr charakteristisches Merkmal ist die graubraune Farbe, die sich beim Kochen sofort in ein appetitliches Rotbraun verwandelt – ein Effekt, der durch die Umwandlung von Astaxanthin ausgelöst wird. Lebend ist die Krabbe durch diese Tarnfarbe am Meeresboden nahezu unsichtbar.
Wo leben Nordseekrabben?
Nordseekrabben sind in den flachen Küstengewässern Europas zu Hause – von der Nordsee über den Ärmelkanal bis in Teile der Ostsee. Besonders dicht besiedelt sind die Flachwasserzonen des Wattenmeers vor der deutschen, niederländischen und dänischen Küste. Hier finden die kleinen Garnelen ideale Bedingungen: flaches, nährstoffreiches Wasser, weicher Sandboden und reichhaltige Nahrungsquellen.
Saisonale Wanderungen
Die Nordseekrabbe ist kein standorttreues Tier. Im Winter, wenn die Wassertemperaturen sinken, wandern die Tiere in tiefere, wärmere Gewässer hinaus – bis in Tiefen von 20 bis 30 Metern. Im Frühjahr, wenn das Wasser sich wieder erwärmt, kehren sie in die flachen Küstenzonen zurück. Diese saisonalen Wanderungen beeinflussen auch die Fangsaison der Krabbenfischer direkt.
Leben im Wattenmeer
Das Wattenmeer ist der Kinderstube der Nordseekrabbe. Junge Tiere verbringen hier ihre ersten Lebensmonate, gut geschützt durch das flache Wasser und die dichte Vegetation aus Seegras und Algen. Das Wattenmeer ist als UNESCO-Weltnaturerbe geschützt und gilt als eines der produktivsten Ökosysteme der Erde – ohne es gäbe es keine Nordseekrabben in dieser Menge.
Was fressen Nordseekrabben?
Die Nordseekrabbe ist ein Allesfresser und opportunistischer Räuber – sie frisst, was immer sich ihr bietet. Als nachtaktives Tier verbringt sie den Tag meist eingegraben im Sand und wird erst bei Dämmerung und nachts aktiv.
Tierische Nahrung
Den Hauptteil ihrer Nahrung machen tierische Bestandteile aus. Nordseekrabben fressen kleine Würmer (besonders Polychaeten), Muscheln, Schnecken, Kleinkrebse und andere Garnelen – auch Artgenossen werden nicht verschmäht, wenn sie schwächer oder frisch gehäutet sind. Frisch geschlüpfte Fischlarven und Fischrogen stehen ebenfalls auf dem Speiseplan, weshalb Nordseekrabben in der Ökologie des Wattenmeers eine wichtige regulierende Funktion haben.
Pflanzliche Nahrung und Detritus
Ergänzend dazu ernährt sich die Krabbe von Algen, pflanzlichem Material und sogenanntem Detritus – also abgestorbenem organischem Material, das sich am Meeresboden absetzt. Damit übernimmt sie die Rolle eines „Reinigungstrupps“ im Ökosystem und trägt zur Nährstoffkreisläufe am Meeresboden bei.
Jagdtechnik
Die Nordseekrabbe lauert ihrer Beute auf, anstatt aktiv zu jagen. Eingegraben im Sand mit nur den Antennen herausragend, wartet sie, bis ein geeignetes Tier in Reichweite kommt. Dann schnappt sie blitzschnell zu. Ihre Scheren sind zwar klein, aber kräftig genug, um auch hartschalige Muscheln zu knacken.
Vermehrung der Nordseekrabbe
Die Fortpflanzungsbiologie der Nordseekrabbe ist faszinierend und direkt mit den Jahreszeiten verknüpft. Weibchen können sich bereits nach etwa einem Jahr zum ersten Mal fortpflanzen und bringen es in ihrer kurzen Lebensdauer auf mehrere Laichperioden.
Paarung und Eiablage
Die Paarung findet meist im Herbst und Winter statt. Direkt nach der Häutung – wenn das Weibchen noch eine weiche, neue Schale hat – ist es für die Befruchtung empfänglich. Das Männchen bewacht das Weibchen in dieser verletzlichen Phase aktiv vor anderen Männchen. Nach der Befruchtung trägt das Weibchen die Eier unter dem Schwanzfächer, wo sie durch regelmäßiges Wedeln mit Sauerstoff versorgt werden.
Larvenentwicklung
Ein Weibchen trägt je nach Größe zwischen 2.000 und 10.000 Eier. Nach etwa drei bis sechs Monaten schlüpfen die Larven – winzige, frei schwimmende Zoea-Larven, die zunächst Teil des Planktons sind. Sie durchlaufen mehrere Häutungsstadien, bevor sie sich am Meeresboden niederlassen und zu kleinen Krabben werden. Diese frühe Phase ist die gefährlichste: Die meisten Larven werden gefressen, bevor sie erwachsen werden.
Wachstum und Häutung
Wie alle Krebstiere wächst die Nordseekrabbe durch regelmäßige Häutungen. Dabei wirft sie ihren alten Panzer ab und bildet innerhalb weniger Stunden einen neuen, größeren. In den ersten Lebensmonaten häutet sie sich alle paar Wochen, später immer seltener. Jede Häutung ist ein riskanter Moment – das Tier ist kurzzeitig schutzlos und ein leichtes Ziel für Fressfeinde.
Fressfeinde der Nordseekrabbe
Die Nordseekrabbe steht weit unten in der Nahrungskette und hat viele natürliche Feinde. Fische wie Scholle, Kabeljau, Seezunge und Steinbutt fressen Krabben in großen Mengen – ein ausgewachsener Kabeljau kann täglich Dutzende von ihnen verspeisen. Auch Möwen, Austernfischer und andere Seevögel holen sich Krabben aus dem Flachwasser. Hinzu kommen Robben und sogar Tintenfische. Die Tarnfarbe der Krabbe ist ihre wichtigste Verteidigung – wer unsichtbar ist, wird nicht gefressen.
Krabbenfischerei an der Nordsee
Die Krabbenfischerei ist ein Jahrhunderte altes Handwerk an der deutschen Nordseeküste. Städte wie Cuxhaven, Büsum, Husum und Greetsiel sind eng mit dieser Tradition verbunden. Die Fischer fahren mit ihren Kuttern frühmorgens aus und schleppen ihre Baumkurren – spezielle Netze, die knapp über dem Meeresboden geführt werden – durch die Fanggründe.
Nachhaltigkeit und MSC-Zertifizierung
Die Nordseekrabbenfischerei ist heute streng reguliert. Fangquoten, Mindestmaschenweiten und Schonzeiten sollen sicherstellen, dass die Bestände langfristig erhalten bleiben. Viele Betriebe sind MSC-zertifiziert (Marine Stewardship Council), was für verantwortungsvolle, bestandserhaltende Fischerei steht. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte beim Kauf gezielt auf dieses Siegel achten.
Vom Kutter auf den Teller: Das Pulen
Nach dem Fang werden die Krabben noch an Bord im Meerwasser gekocht – das gibt ihnen das typische Aroma. Das anschließende Pulen (Schälen) der Krabben ist zeitaufwendige Handarbeit. Lange Zeit wurde das Pulen in sogenannten Pulhäusern von Frauen im Heimgewerbe erledigt. Heute werden die meisten Krabben nach Marokko oder Polen transportiert, dort gepult und wieder zurückgeliefert – ein umstrittener, aber wirtschaftlich dominanter Prozess. Einige Betriebe bieten jedoch noch handgepulte Ware aus der Region an.
Wo kann man frische Nordseekrabben kaufen?
Frische Nordseekrabben bekommt man an der Küste direkt beim Fischer oder auf dem Wochenmarkt – aber was, wenn man nicht in Cuxhaven oder Büsum wohnt? Kein Problem: Dank moderner Kühllogistik lassen sich frische Nordseekrabben heute bequem online bestellen und direkt nach Hause liefern.
Online bestellen – die bequemste Lösung
Professionelle Fischhändler wie Greetfish.de aus Krummhörn verschicken Nordseekrabben und viele weitere Fischspezialitäten zuverlässig per Kühlversand durch ganz Deutschland. Die Kühlkette wird dabei durchgehend eingehalten – mit nachhaltiger PET-Isolierung statt Styropor und Eispads für Frischware.
🦐 Frische Nordseekrabben online bestellen: Auf unserer Übersichtsseite findest du alle verfügbaren Nordseespezialitäten – von handgepulten Nordseekrabben bis hin zu Matjes, Scholle und Kabeljau.
Worauf beim Kauf achten?
Beim Kauf von Nordseekrabben lohnt es sich, auf folgende Punkte zu achten: Handgepulte Krabben aus der Region sind qualitativ hochwertiger als maschinell gepulte Ware. Das MSC-Siegel gibt Sicherheit bei der Nachhaltigkeit. Frische Krabben sollten einen angenehmen, meersalzigen Geruch haben – niemals fischig oder ammoniakartig. Und: Je kürzer der Weg vom Kutter zum Teller, desto besser das Aroma.
Zubereitung: So genießt man Nordseekrabben richtig
Das Beste an Nordseekrabben ist ihre Einfachheit: Sie brauchen keine aufwendige Zubereitung, um zu begeistern. Der Klassiker schlechthin ist das Krabbenbrötchen – auf einem frisch gebuttertem Brötchen, ohne Remoulade, damit der feine Eigengeschmack nicht überdeckt wird. Wer mehr möchte, kann Krabbensalat mit Gurke und Ei zubereiten, Rührei mit Krabben und Schnittlauch machen oder dampfende Ofenkartoffeln mit Schmand und Krabben servieren. Für besondere Anlässe eignen sich Krabben in Petersilienbutter als Vorspeise oder als Topping auf einer Finkenwerder Speckscholle.
Fazit
Die Nordseekrabbe ist weit mehr als eine kulinarische Delikatesse – sie ist ein faszinierendes Tier mit einer wichtigen Rolle im Ökosystem des Wattenmeers. Als Allesfresser, Beutetier und Teil eines jahrtausendealten Fischereihandwerks prägt sie die Nordseeküste wie kein anderes Tier. Wer ihre Biologie kennt, schätzt sie auf dem Teller noch mehr.
Und dank moderner Kühllogistik muss man heute nicht mehr extra nach Cuxhaven fahren, um in den Genuss frischer Nordseekrabben zu kommen. Einfach online bestellen – und die Nordsee kommt zu dir nach Hause.